Mehr als nur Gast sein

Auch offene Worte bei der Weihnachtsfeier der Herzberger Flüchtlingshilfe

Lucie Gleinig übergab  Wichtel-Geschenke an die Aktiven der Flüchtlingshilfe

Herzberg. Für andere Menschen da sein ist das Hauptanliegen der Herzberger Flüchtlingshilfe. Auch 2016 hatten die Vereinsfreunde alle Hände voll zu tun, zugewanderten Neu-Herzbergern zur Seite zu stehen. Sprachvermittlung, Sammelaktionen, Hausaufgabenassistenz und Freizeitangebote– das sind die Aufgabengebiete, in denen sich die ehrenamtlichen Helfer nützlich machen.

 „Bei unserer Weihnachtsfeier hielten viele Helfer persönlich Rückschau auf die vergangenen zwölf Monate. Sie berieten Probleme und neue Sichtweisen auf die Lage der Flüchtlinge in unserer Stadt“, erzählt Regina Nauck, die seit anderthalb Jahren Familien betreut und Sprachunterricht gibt. Auch Ulrike Ofner brachte ihre langjährigen Erfahrungen ein. „ Die erste große Not ist längst überwunden. Mit zunehmender Verständigung werden nun kulturelle Unterschiede sichtbarer. Mit möglichen Konflikten und Missverständnissen muss überlegt und großzügig umgegangen werden“, rät sie eindringlich. 

Sarbast Mohamad, Vereinsmitglied syrischer Herkunft, pflichtet ihr bei:

 „Unsere Kulturen sind sehr verschieden. Meine Kinder sind bereits gut integriert, dennoch sind da die Werte und Wurzeln, die wir von Zuhause mitbringen. Sie sind Teil unseres Lebens. Wir wollen und dürfen sie nicht vergessen, wir möchten aber auch in Deutschland, wie alle anderen auch, angenommen werden – das bedeutet ein bisschen mehr als nur Gast zu sein“, fügte er dem Gespräch den wertvollen Blick der anderen Seite hinzu.

Der Erfahrungsaustausch wurde durch weihnachtliche Musik, die Dr. Heike Drobner-Dechering und Jonathan Richter in die Klaviertastatur pflanzte, bereichert. Eine besondere Überraschung hielt Lucie Gleinig für die aktiven Helfer bereit. Mit kleinen Aufmerksamkeiten und lockeren Sprüchen machte sie denen eine Freude, die mit ihrem Einsatz gewöhnlich anderen Menschen Freude bereiten. „Sich für andere einzusetzen, kommt oft zu kurz im Alltag. Deshalb sind mir Zeichen der Anerkennung wichtig“, stellt Timo Gleinig fest, der die Idee für das freundliche Wichtelunternehmen an diesem Abend hatte.

Stephanie Kammer 


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